Tag 1:

 

Früh geht es mit dem ICE nach Frankfurt und wir checken bei Condor ein. Im Wartebereich treffen wir zwei Bekannte aus dem Forum, die zufällig den gleichen Flug gebucht haben.  Die Zeit bis zum Abflug vergeht schnell und wir werden mit dem Bus zum Rollfeld gebracht. Auf dem Hinflug haben wir Premium Economy gebucht und wir freuen uns über den komfortablen Sitzabstand. Die Verpflegung ist ganz ok und dank dem Entertainment wird’s nicht langweilig auf dem Tagflug. Nachdem wir das Mittelmeer überflogen haben, sieht man unter uns nur noch Wüste.

 

Am Abend um 20.30 Uhr landen wir im übersichtlichen Hosea Kutako Flughafen. Am Schalter von Europcar waren wir die einzigen Kunden, anscheinend wollen die meisten nicht mehr im Dunkeln fahren? Wir nehmen lieber noch einen 2. Ersatzreifen dazu, denn man hat schon viel von Reifenpannen gelesen und gehört. Anschließend werden wir von einem freundlichen Mitarbeiter, der sich viel Zeit nimmt, gründlich in unser Auto; einem Nissan Hilux 4x4 eingewiesen. Außerdem müssen wir uns noch ein kurzes Sicherheitsvideo anschauen, dass uns auf die besonderen Unfallgefahren beim Fahren auf Gravelroads hinweist.

 

Dann fahren wir noch bis Windhoek und checken spät im netten Casa Piccolo ein. Wir werden freundlich begrüßt und fallen dann doch müde von der Anreise schnell ins Bett.

 

 

Tag 2 :

 

Um 7.30 Uhr begeben wir uns in den gut ausgestatteten Frühstücksraum und genießen unser erstes leckeres Frühstück. Unser Gepäck lassen wir lieber noch im Zimmer und wir werden von der Angestellten noch zur Vorsicht vor Diebstählen ermahnt. Wir fahren direkt zu den wenigen nahe beieinander liegenden Sehenswürdigkeiten Windhoeks. An der hübschen Christuskirche wird geparkt und wir sind so früh noch die einzigen Besucher. Im angrenzenden Park des Parlamentgebäudes blühen wunderschön die lilafarbenen Jacarandabäume. Es ist schon recht warm am Morgen. Ich laufe für ein Foto rüber auf den kleinen Hügel zum Independance Memorial. Erst zuhause lese ich gründlich die interessante, aber auch nachdenklich machende Geschichte über die Demontage des Reiterdenkmals nach. Statt des Reiters recken nun die zwei befreiten Statuen des Genozit – Denkmals ihre von Fesseln befreite Hände in die Luft.

 

Da der Tintenpalast erst um 10 Uhr öffnet, fahren wir runter zur Indepandance Avenue und knipsen noch das Kudu- Denkmal. Anschließend finden wir dort auch einen Supermarkt und wir kaufen sofort den kompletten Getränkevorrat für die gesamte Reise ein. Um 10 Uhr springe ich noch schnell in den Innenhof des Tintenpalaste. Dort fotografiere ich das vom Sockel geholte Reiterdenkmal, welches nun so mit Stangen abgestützt, gar nicht mehr beeindruckend aussieht.   

 

 

Dann holen wir schon unsere Koffer und machen uns um 10.30 Uhr auf den Weg gen Süden. Die Strecke ist langweilig und beinahe verpassen wir das einzige Highlight, das Schild des „Tropic of Capricorn“.

 

Gegen 14.30 Uhr erreichen wir die Kalahari Anib Lodge und können uns etwas ausruhen. Ich stürze mich direkt auf die niedlichen Streifenhörnchen, die direkt vor der Lodge ihre Löcher buddeln.

Um 16 Uhr treffen wir uns dann zum Sundowner Drive. In einem offenenen Jeep geht es los und wir fahren durch ein ausgetrocknetes Flussbett und bekommen viel über Flora und Fauna erklärt. An einem Baum wird gehalten; darin haben hunderte von Webervögeln ein riesiges Nest gebaut. Ein Ast war so schwer beladen, dass er unter dem Gewicht einfach abgebrochen ist. Wir werden gewarnt, dass sich in solchen Nestern auch gerne Schlangen aufhalten.

 

Auf unserer Tour sehen wir mehr Tiere, als erwartet: Strauße, Riesentrappe, Springböcke, Oryxantilopen, Kudus, Zebras, und sogar zwei Giraffen. Zum Sundowner fahren wir auf eine rote Kalaharidüne und haben einen schönen Ausblick. Mit einem kühlen Drink in der Hand beobachten wir wie die weite Ebene in warmes Licht getaucht wird und wie schließlich die Sonne am Horizont versinkt. Anschließend ergeben sich am Himmel immer neue tolle Abendrot Färbungen von rosa über lila, blau, gelb, orange, rot … Zwei Strauße laufen als schwarze Schatten vor dieser Kulisse; schade dass wir im fahrenden Jeep sitzen; so sind keine wackelfreien Fotos möglich.

Nach dem leckeren Dinner geht’s in gemütliche Bett.

 

 

Tag 3:

 

Ich bin schon früh auf den Beinen und erkunde ein wenig das Lodgegelände. Ein Gast zeigt mir die große Hauseule, die sich in einer Palme von der anstrengenden Nacht ausruht und mir nur ein kleines Augenzwinkern gönnt. Auch andere hübsche Vögelchen fliegen umher. Etwas außerhalb entdecke ich noch einen riesigen Termitenhügel gebaut aus rotem Kalaharisand; ich komme mir fast vor wie in Australien. Beim leckeren Frühstück kommen wir mit Gästen ins Gespräch und schnell merken wir, dass wir eigentlich auch eine Gruppenreise hätten buchen können. Denn alle Leute scheinen fast die gleiche Tour geplant zu haben, sodass man sich immer mal wieder treffen wird. Hummeldumm lass grüßen…

 

 

Gegen 9 Uhr brechen wir Richtung Mariental auf. Wir behmen wieder die Asphaltstraße, denn wir wissen nicht, wie viel Zeit wir noch bei den Köcherbäumen benötigen werden. Früh am Mittag erreichen wir in Keetmanshoop die Pension Gessert und die Angestellten müssen den herzlichen Hausherrn vom Einkauf zurückrufen. Wir bekommen ein wunderschönes großes Familienzimmer ganz in rosa gehalten. Alles ist mit viel Liebe zum Detail dekoriert. Auch der Garten ist hübsch angelegt und hat viele lauschige Plätzchen. Nach einer Weile gesellen sich noch weitere Gäste zu uns und wir tauschen uns ein wenig aus.

 

Um 15.00 Uhr brechen wir dann Richtung Gariganus Köcherbaumwald auf. Ich habe mich schließlich doch für die klassische Ersttäter-Besichtigung entschieden, obwohl es ja noch weitere Köcherbaumwälder, wie Mesosaurus und Garas gibt. Auf dem Farmgelände wollen wir die Permit für den nahe gelegenen Giant`s Playground erwerben, doch das grunzende Haus- Warzenschwein versperrt mir den Eingang. Erst als es verschwindet, traue ich mich ins Haus. Wir erfahren, dass die Gepardenfütterung erst um 17 Uhr stattfinden soll, da es so heiß wäre.

 

Wir fahren bis zum Giant`s Playground und ich ziehe nun lieber meine knöchelhohen Stiefel an, man kann ja nie wissen… Erstaunlich, wie sich hier die großen Felsen aufeinander türmen; als wären tatsächlich Riesen am Werk gewesen. Wir laufen den schlecht beschilderten Rundweg entlang und entdecken immer neue Felsformationen. Als ich dann auch noch die ersten schönen Köcherbäume finde, bin ich richtig begeistert.

 

Anschließend fahren wir wieder zum Gariganus Gelände zurück und checken schon mal die Lage der Köcherbäume für den Sunset. Überall auf den Felsen wuseln kleine Dassies auf Futtersuche herum.

 

Zur Gepardenfütterung finden wir uns wieder an der Farm ein. Hier warten schon einige Leute; es reisen überwiegend Deutsche und Schweizer. Pünktlich, als es losgeht, hält ein Kleinbus am Zaun und es kommen ca. 15 vermummte Asiaten mit mindestens jeweils zwei riesigen Kameras um den Hals baumelnd heraus. Oh nein, bitte nicht! Direkt drängeln sie sich am Zaun vor und knipsen mit der schon bekannten Rücksichtslosigkeit drauflos. Mir gefällt die Gepardenfütterung gar nicht und ich gehe auch nicht mit ins Gehege. Nachdem die Geparden gefressen haben, wird noch eine kleine Erdmännchengruppe angelockt, die dann aus einer Schale Milch trinkt. Die Erdmännchen sind heute jedoch scheu und trauen sich nicht so richtig heran. Das Highlight ist das eifersüchtige Warzenschwein, dass sich wohlig grunzend von den Touris kraulen lässt.

 

Danach fahren alle Richtung Köcherbäume und ich verziehe mich direkt in den weiter hinten liegenden Teil. Die Köcherbäume sind einfach wunderschön im Abendlicht anzusehen und meine Kamera schießt nun ein Foto nach dem anderen. Zum Glück halten sich die Asiaten weiter unten auf, doch ab und zu laufen einem Menschen durchs Bild.

Als die Sonne untergeht entstehen geradezu außerirdische Farben; der tollste Sonnenuntergang dieses Urlaubes; ein absolutes Highlight! Dieses besondere Licht gibt es wohl nur hier in Afrika. Es entstehen eindrückliche Fotos von der Silhouette schwarzer Köcherbäume vor lila, rosa, rot, orange, gelb gefärbtem Himmel. Da wir überhaupt nicht hungrig sind, fällt das Abendessen heute aus.