Tag 4:

 

Heute genießen wir zuerst ausgiebig das liebevoll dekorierte üppige Frühstück in der gemütlichen Pension Gessert. Hier haben wir uns sehr wohl gefühlt.

 

Dann geht es Richtung Fish River Canyon. Wir wählen die Gravelroad am Naute Damm vorbei und machen einen kurzen Stopp an der Aussichtsterrasse. Doch kann uns, das für Namibia natürlich wichtige Wasserreservoir, nicht so recht begeistern.

 

 

 

Weiter geht es über trostlose, vegetationslose, staubige Piste bis zum Canyon Roadhouse. Dort knipsen wir zuerst die tollen verrosteten Oldtimer, ein Hauch von Route 66 Flair liegt in der Luft. Dann schlendern wir durch das originelle gestaltete Roadhouse und informieren uns über den Wildebeest 4x4 Trail.

 

Dieser beginnt direkt am Canyon Roadhouse, schlängelt sich an einer Bergkette entlang durch eine weite Ebene und endet nach ca 50km an der Canyon Lodge. Da wir genügend Zeit haben beschließen wir diese Tour direkt in Angriff zu nehmen. Zwar gibt die Frau an der Theke uns einen Zettel, auf dem man die gesichteten Tiere ankreuzen kann, doch erhalten wir keine Permit und werden somit auch nicht registriert. „ You kann pay at the Canyon Lodge“, meint die Frau.

 

Später merken wir, dass das keine gute Idee war einfach so diese als einfach beschriebene 4x4 Strecke zu fahren. Auf den ersten Metern begegnen uns schon einige Oryxantilopen und der Track geht sich gut an später schaut hoch vom Berg ein Mountainzebra zu uns herunter. Je weiter wir in die Ebene gelangen, desto mehr Tiere sehen wir.

 

 

An einer Wasserstelle unter einem Baum versammeln sich ganze Herden von Springböcken, Oryxantilopen, Gnus und Zebras. So viele Tiersichtungen hätten wir hier gar nicht vermutet. Danach zieht sich die Strecke wie Kaugummi und wird auch immer schlechter. Schließlich rumpeln wir im Schritttempo über spitze Steine und Felsabsätze. So einfach ist der Track nun nicht mehr. Es geht vorbei an einigen schönen Felsformationen und auch einsamen Köcherbäumen.

 

Endlich, endlich erreichen wir dann nach langen 2,5 Stunden doch erleichtert die Canyon Lodge. Im Nachhinein wäre eine Registrierung sicher sinnvoll gewesen.

 

Am Check In erfahren wir, dass das gewünschte Chalet Nr. 24 leider schon belegt sei. Leider? Nein, denn wir bekommen von der augenzwinkernen Rezeptionistin ein Upgrade auf das riesige Rondavel Nr. 28, der Honeymoon Suite mit dem besten Blick ins Tal überhaupt! Zwar ist der Weg durch die orginelle Hotelanlage recht weit, doch die tolle Lage und die hochgelegene Terrasse entschädigt für alles. Unser Rondavel hat sogar zwei Himmelbetten und ist innen sehr großzügig gestaltet. Die Bettwäsche ist hübsch mit Oryxantilopen bestickt. Die ganze Hotelanlage ist sensationell eingebettet in die einmalige Felslandschaft. Wir fühlen uns zurückversetzt in die Steinzeit und wie in einem Häuschen der Flintstones.

 

 

Den Nachmittag verbringen wir am abseits gelegenen Infinity-Pool mit traumhafter Fernsicht. Der wunderschöne Pool ist erfrischend kalt und gerade das richtige bei 35 Grad Hitze. Wir verbringen die Zeit mit Lesen und unterhalten uns mit zwei älteren Paaren, die uns vom Sundowner Drive erzählen. Da der Drive auch ein Stück des Wildebeest Tracks entlang geht, entschließen wir uns den Sunset von unserem Chalet aus zu genießen. Denn besser als diese Aussicht hier kann es nicht mehr werden.

Gemütlich duschen wir und machen es uns mit einem Gläschen Rotwein auf unserer Terrasse bequem. Der Himmel zieht sich langsam etwas mit Wolken zu und der Sunset ist heute nicht ganz so spektakulär.

 

Da alle Wege gepflastert sind, traue ich mich sogar mit Flip Flops zum Abendessen zu gehen. Doch kurz vorm Haupthaus, schlängelt sich eine gelbe Minischlange über den Weg. Mein Mut bekommt direkt wieder einen Dämpfer. Das Dinner findet draußen auf der tollen Terrasse mit Ausblick statt. Unsere Bekannten aus der Kalahari Anib Lodge sitzen auch schon dort. Wir tauschen unsere Erlebnisse aus und erfahren, dass sie schon ihre erste Reifepanne hinter sich haben. Dann genießen wir das leckere BBQ –Buffet bei romantischem Kerzenschein in der lauen Sommernacht.

Als wir gerade gehen wollen, bekommen wir noch sehr unterhaltsame traditionelle Gesänge und Tänze von den Angestellten der Lodge geboten. Sternenhimmel gibt es heute Nacht leider kaum zu sehen, doch ich bekomme sogar genau einen Regentropfen ab. Zufrieden sinken wir später in die luxuriösen Kissen unseres tollen Himmelbetts.

 

Tag 5:

 

Wie so oft bin ich schon recht früh auf und umrunde im schönen Morgenlicht voller Tatendrang nochmals die Hotelanlage. Ich scheuche dabei ein Häschen und einige grasende Oryxantilopen auf. Miss Yoga, auch schon bekannt aus der Kalahari Anib Lodge, absolviert schon wieder ihre Übungen am Pool. Hummeldumm lass grüßen…

Dann genießen wir das Frühstücksbuffet auf der Terrasse der Lodge. Der Handyempfang ist sehr spärlich und die Gäste mühen sich vergeblich mit dem Netz ab.

 

 

 

Der heutige Tag ist ganz dem größten Canyon Afrikas, dem Fish River Canyon ( 160km lang, 27 km breit, 550m tief) gewidmet. Wir zahlen am Hobas Restcamp den Eintritt und steuern dann direkt den Hauptaussichtspunkt des Fish River Canyons an. Wow, nicht schlecht der Ausblick auf den Hell`s Bend!

Dann fahren wir noch weiter bis zum Start der fünftägigen Wanderung durch den Canyon. Es ist hier schon wieder über 30 Grad heiß. Wer wohl freiwillig solche Strapazen auf sich nimmt? Zurück nehmen wir einen weiteren holperigen Abzweig und bekommen am Desert Rim neue Aussichten in den Canyon. Zum Glück wachsen hier einige kakteenähnliche Euphorbien und rotgefärbte Sukkulenten, sodass man für ein Foto auch einen schönen Vordergrund bekommt.

 

Anschließend wagen wir uns auf die 12km lange, abgelegene 4x4 Strecke zum entlegenen Tafelberg View. An einer Stelle geraten wir ganz schön ins Schwitzen; hier wechselt man auf eine tiefer gelegene Ebene hinunter und es geht über Felsplatten und spitze Steine.

Am Viewpoint sind wir ganz alleine und kommen uns in der einsamen Weite Namibias ganz verloren vor. Hierhin wagt sich heute kein anderes Auto mehr. Etwas entfernt entdecke ich noch einen einzelnen Köcherbaum und ich stapfe für ein Foto weit über den Schotter. Als wir wieder in Hobas auf der Hauptstraße sind, sind wir doch erleichtert, dass wir in der Einöde keine Reifenpanne hatten.

 

 

Schnell tanken wir noch am Cayon Roadhouse voll für die lange Etappe am nächsten Tag.

Wir duschen und entspannen in unserem kühlen Rondavel. Zum Sunset ziehen einige Oryxantlilopen vor unserer Terrasse vorbei. Doch als ich versuche, sie im Abendrot zu knipsen, sind sie schon leise in der Weite der Ebene verschwunden. Auch heute lassen wir uns das Dinner in Buffetform wieder gut schmecken. Von der Terrasse aus zeigt sich uns ein grandioser Sternenhimmel.