Tag 8:

 

Heute verabschieden wir uns von unserem einsamen Luxus-Chalet, von dem tollen Ausblick und genießen wieder das tolle Frühstücksbuffet. Gegen 8.30 Uhr starten wir, tanken nochmals voll in Aus und wenden uns dann Richtung Tirasberge am Rande der Wüste Namib. Die D707, wohl eine der Traumstrecken Namibias, haben wir für uns alleine; wir sind erstaunt, wie wenig Autos wir generell auf der ganzen Tour treffen. Zum Glück, denn immer wenn man ein Auto vor sich hat oder eines entgegenkommt, muss man sich auf eine gewaltige Staubwolke gefasst machen, in der man teilweise für Minuten keine Sicht mehr auf die Piste hat. Sehr gefährlich, wie ich finde.

 

Die Pastelltöne der wunderbaren Landschaft nehmen immer mehr zu. Eine einsame Oryxantilope läuft am schier endlosen Zaun entlang. Bald schon kommt der Abzweig zur Koiimasis Farm. Der Name Koiimasis bedeutet Versammlungsplatz, denn früher war dies wohl ein Versammlungsort der Ureinwohner; der San. Die 20 km lange Anfahrt ist recht holperig und immer wieder muss ich aussteigen, um Gatter zu öffnen und zu schließen. In der weiten Ebene begegnet uns plötzlich eine riesige Oryxantilopen-Herde von fast 100 Tieren. Wahnsinn, diese vielen Hörner, die senkrecht in die Luft ragen…!

Schließlich erreichen wir mittags das von zwei Sanskulpturen geschmückte Tor der Fest Inn Fels Lodge. Die Auffahrt zur 2007 erbauten Lodge, die harmonisch in den roten Granitfelsen eingefügt wurde, ist dann noch sehr rumpelig. Wir werden sehr freundlich begrüßt, das wunderschöne mit Naturmaterialien erbaute Lodgegelände und natürlich unser toll ganz am Ende gelegenes Chalet, wird uns gezeigt. Im liebevoll gestalteten Zimmer hängt ein Hyänenfell und das Bad mit Toilette ist im Raum integriert. Alles ist im Wüstenlook perfekt dekoriert. Hier fühle ich mich direkt wohl.

 

Kleine Streifenhörnchen flitzen auf den Natursteinwegen herum, Dassies sonnen sich auf den warmen Felsen und im Schatten der Kameldornbäume stehen Klippspringer, um sich vor der glühenden Mittagssonne zu schützen. Da es für eine Wanderung viel zu heiß ist, machen wir es uns mit einem Buch im Schatten am Pool gemütlich, den wir ganz alleine für uns haben. T. verzieht sich dann bald ins Chalet und als es ganz stille wird, trauen die Klippspringer sich heran, gehen auf die Knie und trinken tatsächlich aus dem Pool. Auch die niedlichen Streifenhörnchen schleichen sich vorsichtig heran zum Trinken. Eher unüblich, wie wir später von Roland, dem Besitzer erfahren. Aber es hat wohl über 1,5 Jahre nicht mehr geregnet und die Natur hat es zunehmend schwer.

Um 16 Uhr treffen wir uns an der Rezeption zur Sundowner Tour. Und das Schweizer Paar vom Casa Piccolo ist auch mit dabei; Hummeldumm lässt grüßen… Zu viert begeben wir uns zuerst auf eine lehrreiche Reise in die Vergangenheit. Roland weiß viel über die wertvollen Wasserbrunnen, über die Versammlungsorte und Lebensweise der San zu berichten. Wir bekommen Felsmalereien, alte Werkzeuge aus Stein und vieles mehr erklärt und gezeigt.

 

Zum krönenden Abschluss fahren wir zum Sundowner auf einen kleinen Berg inmitten der weiten Landschaft. Was für eine grandiose Aussicht, absolut ergreifend! Weiter oben wachsen sogar einige Prachtexemplare von Köcherbäumen. Da lasse ich die gereichten Getränke einfach stehen und klettere alleine noch höher. Der Sunset bietet wieder alle seine tollen Farben und ich bin einfach nur geflashed.

 

Das Hupen von Roland holt mich dann in die Realität zurück, denn wir müssen pünktlich zum Abendessen um 19.30 Uhr wieder zurück sein, sonst würde es eine Dunkel- Fahrt  und seine Angestellten würden böse. Schweren Herzens trenne ich mich von der „blauen Stunde“ und von diesem sehr besonderen Ort.

 

Nach einer schnellen Dusche nehmen wir das Dinner im schönen Restaurant ein. Es gibt Erbsensuppe als Vorspeise, zum Hauptgericht leckeres Kudusteak in Rotweinsoße mit Kartoffelpüree und Rotkohl. Es schmeckt durch die speziellen Gewürze fasst ein wenig weihnachtlich. Ein Glas Rotwein rundet alles geschmacklich ab. Das zwar hübsch als Schmetterling gelegte Dessert besteht dann aber nur aus Dosenfrüchten mit Sahne. 

 

Tag 8:

 

Heute gibt es sogar frisch gebackene Brötchen zum Frühstück. Die Aufschnittplatte ist umfangreich und wie die Bedienung betont aus eigener Herstellung. Es werden verschiedene Marmeladen, Honig und sogar Nutella angeboten. Auch ein Omlette wird lecker zubereitet. Mhmmm, lecker!

Leider müssen wir dieses schöne Fleckchen Erde schon wieder verlassen. Wir nehmen die diversen Gatter wieder in Angriff, komisch die Rückfahrt erscheint uns diesmal einfacher.

 

Im schönsten Morgenlicht fahren wir weiter auf der D707. Die Landschaft ändert sich unmerklich, es überqueren Oryxantilopen und Wildpferde die Piste. Später fahren wir entlang des schönen Namib Rand Nature Reserve. Zu einem Abstecher zum Dwuiseb Castle haben wir keine Lust.