Tag 13:

 

Nach einem letzten hervorragenden Frühstück, bitten wir unseren Gastgeber Peter nochmals um Rat bzgl. unserer Route von Swakopmund nach Windhoek. Er empfiehlt uns auf jeden Fall die C28 via Bosua – Pass zu fahren, denn die Asphaltstraße B2/1 wäre zunehmend stark frequentiert und es bestünde hohe Unfallgefahr. Außerdem würde er die Gravelroad selbst regelmäßig fahren und sie wäre gut fahrbar. Erfreut befolgen wir seinen Ratschlag. Da wir bewusst auf Mondlandschaft und Welwetschia Drive verzichtet haben, halte ich ab dem permitpflichtigen Abzweig meine Augen offen. Tatsächlich kann ich bald auf dem trostlosen Schotter einige dieser besonderen Pflanzen entdecken und einen kurzen Fotostopp einlegen. Leider kommt bei mir keine große Begeisterung für diese halbvertrockneten Pflanzen auf.

 

 

Je näher wir dem Gebiet der Blutkuppe kommen, desto abwechslungsreicher wird die Landschaft. Wir freuen uns über jeden Felshügel, Strauch und Kameldornbaum. Tiere sehen wir aber leider gar keine. Entlang der Strecke fallen mir glitzernde Felsbrocken auf und es scheint, dass hier schon einige Leute auf der Suche nach Kristallen o.ä. die Steine aufgeschlagen und bearbeitet haben. An einer Stelle, an der es besonders funkelt, halten wir kurz an und ich nehme zwei schöne kleine Steine mit spiegelglatter, silberner Fläche mit.   

 

Ab dem Warnschild zum Bosua – Pass sind wir sehr gespannt, wie wir diese anscheinend anspruchsvolle 4x4 Strecke bewältigen werden. Doch abgesehen von eine recht hohen Steigung empfanden wir die Auffahrt als einfach und gut machbar. Vielleicht ist die Gravelroad aber auch in letzter Zeit in Stand gesetzt worden?

Oben angekommen haben wir einen schönen Blick zurück auf die gefahrene Strecke und die weite Landschaft. Hier oben turnt eine Horde wilder Paviane herum und plötzlich entdecke ich einige schöne große Sukkulenten mit sehr dickem Stamm. Leider liegen sie weit in der felsigen Landschaft verstreut und nicht am Wegesrand. Ich möchte heute aber keiner Schlange mehr begegnen. Als ich die Hoffnung schon aufgegeben habe, sehe ich in machbarer Entfernung ein wunderschönes Exemplar. Um im Notfall die Paviane abwehren zu können, bewaffne ich mich mit einem Stock und laufe ein ganzes Stück mit wachsamen Blick über Geröll und durchs Gebüsch. Der Weg hat sich gelohnt! Ich stehe vor einer sog. „Cyphostemma uter“ mit einem richtig fetten Stamm. Eine toll gewachsene Sukkulente. Wie alt mag sie wohl sein?

 

 

Nach diesem Highlight fahren wir zufrieden gen Windhoek. Irgendwann haben wir die rumpelige Schotterstraße hinter uns und wir freuen uns endlich Asphalt unter den Reifen zu haben. Die ersten Townships von Windhoek empfangen uns mit glitzernden Wellblechdächern im Nachmittagslicht. In Gedanken planschen wir schon im Pool der außerhalb der Stadt im Grünen liegenden Immanuel Wilderness Lodge. Doch weit gefehlt. Die Straße Richtung Otjiwarongo ist eine einzige riesige Baustelle und wir können die richtige Ausfahrt nicht finden, da es sie gar nicht mehr gibt. Auch die Not-Beschilderung zur Lodge ist mehr als dürftig. So kurven wir unnötig lange suchend umher und vergeuden wertvolle Zeit. Willkommen in der Zivilisation!

 

Als wir endlich, dank meines guten Orientierungssinnes, die Lodge erreicht haben, lassen wir unseren Stress und Frust erst einmal an unserem Gastgeber aus. Der Arme entschuldigt sich immer wieder und versichert, dass sie auch wirklich nichts für diese straßenbaulichen Umstände könnten. Schnell beruhigen wir uns wieder und ich lasse mich am kleinen hübsch angelegten Wasserloch nieder, an dem gerade die Springböckchen und Perlhühner der Lodge gefüttert werden.

 

Das Abendessen wird dann im wunderschönen Restaurant der Lodge serviert. Der gemütliche Raum ist zur Terrasse hin komplett offen gestaltet und hat eine hohe luftige Reetdachkuppel. Der Gastgeber Stephan bekocht seine Gäste selber und die ausgezeichnete Qualität seiner Gerichte hat sich mittlerweile weit herum gesprochen. Bei einem Fläschchen Eikendal lassen wir uns die leckere Suppe, die Kudusteaks und das sensationelle Tiramisu-Eis schmecken. Anschließend wechseln wir nach draußen zum flackernden Lagerfeuer. Mit Stephan und einem weiteren reiselustigen Pärchen unterhalten wir uns noch lange angeregt über unsere Urlaubserlebnisse und über Land und Leute.

 

Ein toller Ausklang für diese Namibia – Reise.  

 

 

Tag 14:

 

Heute schlafen wir erst einmal richtig aus und genießen dann das umfangreiche Frühstücksbuffet der Lodge mit allerhand Käsespezialitäten. Wir können für nur 25€ unser Zimmer bis abends zum Abflug weiter nutzen. Später legen wir uns kurz an den kleinen Pool, doch es wird in der Mittagszeit einfach zu heiß und drückend. Wir machen es uns in unserem Zimmer richtig gemütlich, halten ein Mittagsschläfchen und lesen unsere Bücher aus.

 

Gegen 18 Uhr fahren wir Richtung Flughafen, tanken nochmals voll und übergeben dann unseren treuen Weggefährten den Toyota Hilux bei Europcar. Der Mitarbeiter ist ganz begeistert von T.`s in den Staub der Fensterscheibe gezeichneten Kunstwerks einer Landkarte Afrikas. Nach dem Einchecken essen wir noch im Flughafen Bistro und starten schließlich kurz vor Mitternacht gen Heimat.

 

Irgendwann werden wir sicher auch noch den Norden Namibias, den Etosha National Park und den Kgalagadi Transfrontier Park besuchen.

 

 

 

                                        Auf Wiedersehen Namibia!