Mahé

Um 10 Uhr brachte uns Judy zum Flughafen. Auf Mahé mussten wir dann lange auf`s Taxi warten. Die Fahrt zur Pension „Anse Soleil Beachcomber“ war sehr kurvig und steil. Die Lage ist sehr abgeschieden. An der Pension sah ich schon im Wasser alte Bekannte beim Schnorcheln im Wasser. Nach einer freudigen Begrüßung, setzten wir uns an den Tisch ans Mäuerchen mit Traumblick über die Bucht und tauschten im kühlen Schatten unsere Urlaubserfahrungen aus.

 

Wir hatten aufgrund eines Forum-Tipps ein Superior Zimmer gebucht. Das Zimmer war etwas größer, wobei die Standard Zimmer völlig ausreichend gewesen wären. Auf Fernseher und Eckbadewanne konnten wir gut verzichten. Wir hatten 3 Tage Halbpension und 3 Tage Frühstück gebucht. Das Essen war ok. Der letzte Kick fehlte allerdings, wir waren von der Pension Michel mehr Schärfe im Essen gewöhnt.

Das Frühstück fanden wir enttäuschend: Tütensaft, einfacher Obstteller mit Avokado und hartem Toast. Wir vermissten die tollen Obstteller vom Café des Art und der Pension Michel. Aber es gab Pfannekuchen, Omelette oder Käse...

 

12.Tag:

 

Um 10 Uhr Wanderung zur Nachbarbucht „Petite Anse“. Eine steile Straße führte vom Hotel hoch. Schwitz! Wir gingen die Zufahrtstraße runter und unten in der Bucht wurde leider kräftig gebaggert. Damals war es noch eine einsame Traumbucht. Wir waren ganz alleine. Wir lagen wieder faul unter Palmen. und brachten den Krebsen Fußballspielen bei: Das sah vielleicht witzig aus, wie sie mit ihren Scheren die Takamaka Nüsse hin- und her rollten. Das Schnorcheln war auch schön.

 

Zurück gingen wir den alten Wanderweg. Man erkannte ihn noch ganz gut. Er hatte ein Geländer aus dünnen Stämmen und auch Treppen. Ganz ehrlich, so wie diesmal haben wir wirklich noch nie geschwitzt!

Um 16 Uhr gab`s noch ein leckeres Thunfisch Sandwich auf unserer Terrasse im Schatten.

 

Herrlich!

 

13.Tag:

 

Um 9.30 Uhr war Autoübernahme. Das ASBC hat eine Lizenz zur Autovermietung. Die neuen Wagen standen an der Pension. Der Preis war ok (60€). Zwei Tage Mietwagen muss schon sein, sonst ist man dort zu abgeschieden.

Leider war es bewölkt und meine Planung auf den Berg „Cippolia“ zu wandern, musste ich nun ändern. Wir schauten beim Künstler Michael Adams rein und bewunderten seine schönen bunten Bilder.

Dann wollten wir einen „Stein“ aus dem Auto werfen. Doch der Stein krabbelte weg. Tolle Tarnung eines Einsiedlerkrebses.

 

Wir starteten mit einem netten Rundgang durch den botanischen Garten „Jardin du Roi“. Wirklich etwas für Pflanzen Liebhaber, weil der Garten sehr schön angelegt ist.

 

Gegen 12 Uhr erreichten wir die Hauptstadt Viktoria im Regen. Der erste Rundgang fiel voll ins Wasser. Der Hindutempel wurde restauriert und war völlig verhängt. Auf dem Markt waren fast alle Fische verkauft. Wir waren einfach zu spät dran. Etwas später kam die Sonne raus. Wir knipsten das Wahrzeichen am Kreisverkehr, schlenderten am “Pirates Arms“ vorbei und gönnten uns im „Rendez-vous“ mit Blick auf den Clocktower ein teures Eis.

Bei einem zweiten Rundgang kauften wir dann noch ein Gemälde vom Vallée de Mai und knipsten die vorwitzigen Reiher auf dem Fischmarkt.

Dann fuhren wir in Richtung Danzil, stellten das Auto oberhalb des Restaurants Scala ab und wanderten um 16 Uhr los zur Anse Major. Eine wirklich wunderschöne, leichte Wanderung in toller Vegetation. An einem einzelnen Haus gingen wir jedoch zuerst falsch die Felsen runter, statt das kleine Schild direkt unter dem Haus zu sehen. Nach einer Stunde erreichten wir die kleine Schutzhütte mit Blick auf die Anse Major und drehten dann um, um nicht von der Dunkelheit überrascht zu werden. Um 18 Uhr waren wir wieder am Auto und genossen dann unten an der Mole den Sonnenuntergang mit Blick auf die Insel Silhouette. Schwärme von Flughunden flogen über uns, scheinbar einer festen Flugroute folgend.

 

Um 19.30 Uhr kamen wir nach einer langen Rückfahrt an und bekamen noch Fisch süß/sauer zu essen. Eigentlich wollte ich am Strand „Beau Vallon“ essen, aber ungeduscht entschieden wir uns dagegen.

 

 

14.Tag:

 

Um 9.30 Uhr fuhren wir die Westküste hoch und nahmen dann bergauf die Sans Soucis Road mit schönen Ausblicken. Einen kurzen Stopp machten wir an der Teefabrik mit kurzem Rundgang durch die Fabrik. Für einen Fotostopp hielten wir bei Teepflückerinnen am Straßenrand. Einen zweiten Stopp gab`s an der Mission. Dort zeigte gerade ein Einheimischer einen fingernagelgroßen, endemischen Frosch. Als er weghüpfte, konnte ich ihn nicht mehr entdecken.

 

Dann starteten wir bei zunehmender Bewölkung die Wanderung auf den Cippolia um die fleischfressende Kannenpflanze „Pitcher Plant“ zu sehen. Der Weg war sehr steil, anstrengend und wenig spektakulär. Wir drehten nach einer halben Stunde um und beschlossen uns die Pflanze im Blumenladen anzuschauen und für diesen Urlaub genug gewandert zu sein.

Wir fuhren die ganze Ostküste runter bis zum strahlend weißen Strand „Anse Intendance“. Dort war kaum mehr ein Schattenplatz zu kriegen. Hier wurde vor Taschendieben gewarnt. Ich stürzte mich in die riesigen, tückischen Wellen und wurde dann auch prompt überrascht und gewaschen; Nasenspülung inklusive. Wir schlenderten bis zum Bayan Tree Resort und bewunderten die privaten Villen mit ihren Swimmingpools.

 

Nach weiterem Kampf in den Wellen zogen wir eine Bucht weiter zur Anse Takamaka. Das Restaurant „Chez Batista“ testeten wir auch: Hervorragender Oktopus und Fisch, aber teuer. Es war wunderbar beim Essen die Füße in den weichen Sand stecken zu können.

Am Strand suchte ich noch Muscheln und knipste die tollen Palmen. Neben der Taverne stand noch ein Baum voller kreischender Flughunde.

 

 

15.Tag:

 

Heute faulenzten wir am ASBC im Schatten auf unserem Lieblingsplatz.

Der kurze Schnorchelgang war wenig spannend, das Wasser aufgewühlt und deshalb schlechte Sicht.

In der Mittagshitze fand dann die Hochzeit des Nachbarpärchens statt. Alles wurde nett mit Blumen geschmückt und dann kam ein Pastor. Das Paar kam erst kurz vorher aus dem klimatisierten Raum. Er hatte seine schwarze Anzugjacke schon weggelassen. Sie hatte einen knallrot verbrannten Rücken mit abgemalten Bikinistreifen. Ihr Kleinkind war angeschlagen: Fieber, Magen/Darm und es quengelte genervt. Die Trauzeugen hatten auf den schicken Klamotten dicke Schweißränder. Alle Urlaubsgäste waren natürlich sehr entzückt und hüpften nur im Bikini mit ihren Kameras auf und ab und wollten sich keine Szene entgehen lassen. Ich stelle mir unter einer romantischen Hochzeit doch etwas anderes vor!

Abends waren wir nebenan im Anse Soleil Café essen. Eine einfache Taverne mit sehr gutem Fisch. Der Wirt äußerte sich traurig über die Entwicklung der Nachbarschaftsverhältnisse. Die Pension hat wohl einen neuen Zaun gezogen und will weiter ausbauen.

 

16.Tag:

 

Faulenzen am ASBC.

Nochmal Schnorcheln am anderen Ende des Strandes mit besserer Sicht.

Letztes Abendessen.

 

17.Tag:

 

Um 6 Uhr holte uns das Taxi zum Flughafen ab. Es gab lange Warteschlangen an den Schaltern. Um der nun schon bekannten Desinfektion zu entkommen, schmiss ich mich gekonnt auf die Seite.

 

Air Seychelles hatte in Paris Verspätung, wir hatten noch knapp 20 Min um den Anschlussflieger zu erreichen. Unser Gepäck würde es wohl nicht mehr schaffen? Wir hetzten durch den Charles de Gaulle Flughafen und erfuhren erleichtert, dass der Anschlussflug auch verspätet war.