Praslin

7.Tag:

 

Um 9.30 Uhr holte uns der Kutscher mit einem hübschen für eine Hochzeit geschmückten Ochsenkarren ab.

 

Um 12 Uhr waren wir dann schon auf Praslin und bezogen unser Zimmer im „Café des Arts“. Die natürliche Bauweise, die hohen Decken und die tolle Veranda mit Korbstühlen gefiel uns ausnehmend gut.

 

Gegen 13 Uhr machten wir uns mit dem Bus auf den Weg zum Nationalpark Vallée de Mai (Unesco-Weltnaturerbe). Das dicht bewachsene Tal ist eines der weltkleinsten Nationalparkgebiete. Die Landschaft ist ein Überbleibsel eines prähistorischen Waldes, der existierte, als die Granitfelsen noch zum Kontinent Gondawana gehörten. Durch die millionenjährige evolutionäre Isolation der Seychellen konnten sich einzigartige Pflanzen und Tiere entwickeln. An keinem Ort der Seychellen ist das derart deutlich zu erkennen, wie im Vallée de Mai. Die Regierung verfolgt das Ziel, alle ortsfremden Pflanzen auszurotten und es wieder in seinen Urzustand zu versetzen Die Seychellenpalme ist eine Palmenart, die nur auf den Seychellen-Inseln Praslin und Curieuse im Indischen Ozean wächst. Sie ist das Symbol der Inselrepublik Seychellen. Sie ist bekannt, da sie die größten Samen im gesamten Pflanzenreich bildet. Die Samen der Seychellenpalme werden Seychellennüsse oder „Coco de Mer“ genannt. Sie sind mit einem Durchmesser von bis zu 50 Zentimetern und einem Gewicht von 10–22 kg die größten Samen im Pflanzenreich. Ein Samen benötigt 6 bis 7 Jahre, um heranzureifen. Der phallische, männliche Blütenbestand kann bis zu beeindruckenden 2 Metern lang werden. Die Frucht braucht zirka 7 Jahre, um zur Reife zu gelangen. Sie schließt in ihrer Schale den größten Samen der Welt ein - die erotisch wie ein weiblicher Po geformte Coco-De-Mer-Nuss. Heute gibt es etwa 4000 Exemplare der Palme, die meisten davon auf der Insel Praslin. Die Nüsse dürfen nur mit Zertifikat ausgeführt werden.

 

Im Tal wanderten wir staunend drei Stunden durch die Palmenwälder. Wirklich ein besonderes Erlebnis. Ein Paar berichtete am Eingang ein Chamäleon gesichtet zu haben, was wir jedoch leider nicht entdeckten. Klar war bestimmt gut getarnt!

Abends liefen wir durch den „Ort“ bis zum La Goulu Restaurant. Die Fish and Chips waren akzeptabel und günstig. Nachts gab`s ein lautes Tropengewitter.

 

8.Tag:

 

Unser Tag startete mit einem herrlichen Frühstück auf unserer Terrasse. Ein roter Madagaskarfink besuchte uns täglich und holte sich sein Brotstückchen ab. In der alten Palme vor der Veranda turnten `zig grüne Geckos herum und auch auf unserer Terrasse erschienen sie zahlreich. Ein einäugiger „Bülbül“ erschien dann auch noch und verjagte frech die anderen Vögel.

 

Bis 14 Uhr legten wir uns dann auf die hauseigenen Liegen an der schönen Anse Volbert. Vorgewarnt blieben wir jedoch in der Nähe des Hauses und legten uns nicht direkt an den Strand. Bei anderen Gästen waren die Masern ausgebrochen, sie waren von Sandfliegen zerstochen. Ich wanderte noch den Strand auf und ab und schoss Fotos. Dunkle Gewitterwolken zogen am Himmel auf.

 

Kurz streifte ich noch durch einen Souvenirshop und dann beschlossen wir doch noch zur Anse Lazio mit dem Taxi zu fahren (100SR). Simon, der Mann von Judy, holte uns ab und setzte uns an der Lazio ab. Die Strecke mit dem Rad zu machen, kann ich nicht empfehlen, viel zu bergig und gefährlich.

Wir verabredeten, dass er uns nach Sonnenuntergang wieder abholen sollte. Sofort suchten wir Unterschlupf im Restaurant „Bon Bon Plume“, denn Wind zog auf und es schüttete. Wir vertrieben uns die Zeit bei leckeren Milchshakes. Als es aufhörte zu regnen, schlenderten wir den Strand entlang und genossen dann fast alleine bei Café del Mar Musik aus dem MP3 Player auf einem Felsen den schönen Sonnenuntergang.

Das Abendessen ließen wir ausfallen, denn der Himmel öffnete wieder seine Schleusen. Aber mit Chips und Sprite und Kerzenschein unterm Mückennetz war`s sowieso viel romantischer.

9.Tag:

 

Da das Wetter sehr durchwachsen war, beschlossen wir heute zu wandern. Ich war mir nicht schlüssig, ob wir den Salazie- oder den Pasquiére-Track nehmen sollten. Da der P.Track leichter beschrieben wurde, stellten wir uns an die Haltestelle, um bis zur Anse Posession zum Einstieg des Tracks mit dem Bus zu fahren. Da weder unser Vermieter Jaques noch sonst jemand uns den Fahrplan erklären konnte, fragten wir uns bei den Einheimischen durch und stellten uns dann zu einer Frau, die auch auf den Bus zu warten schien, an den Straßenrand. Als nach einer Dreiviertelstunde immer noch kein Bus kam, gaben wir entnervt auf und gingen dann doch den Salazietrack von der Anse Volbert aus hoch in die Berge.

 

Der Beginn, eine kleine Straße, war leicht zu finden und wir stiegen langsam höher. Aus den kleinen Häuschen am Rande klang laute Raggaemusik. Am Oster-Wochenende waren alle zuhause. Der Weg war noch sehr nass und rutschig vom Regen des Vortages. Meine leichten Treckingsandalen hatten viel zu wenig Profil und ich rutschte oft ab. Als der Weg dann endete, trafen wir dann zum Glück eine alte Dame, die uns den weiteren Verlauf zeigte. Dort war hohes Gras und wir hätten den zugewachsenen Weg ohne ihre Hilfe nie gewählt.

 

Wir merkten, aber, dass den kompletten Weg entlang ein schwarzer Schlauch am Boden verlief (kleiner Orientierungstipp). Als wir über den höchsten Punkt waren, hatte man einen wunderschönen Blick auf die Ostküste und die Vegetation änderte sich. Etwas trockener, weniger Bäume aber auch Farne. Einmal mussten wir durch ein sumpfiges Stück und ich rutschte voll ab. Igitt!

An einigen Stellen war der Weg kaum zu erkennen und man musste sich durchs Gestrüpp schlagen. Als wir dann an die Gabelung zum P.-Track kamen, wurde der Weg dann breiter und man konnte jetzt das Leben der Bewohner der Ostküste beobachten. Wieder laute Musik und Gesang! Die Wanderung war ganz nett, aber einmal reichte auch.

Wir kamen dann an der Grand Anse aus und machten kurz Rast. Die ganze Dorfjugend hatte sich am Sportplatz versammelt und beobachtete fachsimpelnd den Jetskivermieter beim lauten Testen seiner Höllenmaschinen.

 

Nun marschierten wir die ganze Grand Anse hoch und nach einem Drink auch noch die Anse Kerlan. Gegen 15.30Uhr „klopften“ wir unangemeldet am Lemuria-Resort an. Trotz meiner charmanten Flirt-Versuche ( Wir sind von der Volbert den ganzen Weg zu Fuß gelaufen, nur um hier an der Anse Gorgette den Sonnenuntergang zu sehen!) ließ uns der Wachmann nicht rein. Er meinte alles wäre Kamera überwacht und wenn er unangemeldet Leute hinein ließe, dann wäre er seinen Job los.

Pah, es gibt auch noch genügend andere schöne Strände...grummel.

 

Um 16 Uhr nahmen wir dann den klapprigen Bus und erhielten so noch interessante Eindrücke über das Leben der Einheimischen. Eine rasante Heimfahrt…

 

 

10.Tag:

 

Nach einem gemütlichen Ostersonntagsfrühstück mit unseren Freunden den Geckos und den Finken fuhren wir mit dem Taxi zur Anse Lazio. Endlich konnte ich mein neues Beach-Tennis ausprobieren. Schon nach einer Viertelstunde gaben wir aber nassgeschwitzt auf und lagen faul im Schatten unter Palmen.

Mittags gönnten wir uns dann einen teuren Lobster im Bon Bon Plume, den wir dann aber mit einigen Fliegen teilen mussten.

Den Sonnenuntergang genossen wir an dem kleinen Fluss. Bei Flut drückte das Meerwasser in das Flussbett und bildete einen tollen Pool für Kinder.

Abends Stromausfall.

 

 

11.Tag:

 

Um 7 Uhr wurde ich vom Zwitschern der Vögel geweckt und machte mich auf zur Mango-Lodge. Ich wollte sie unbedingt einmal sehen und mir eine eigene Meinung bilden. Der Aufstieg war wirklich mühsam und schweißtreibend und dauerte 20min. Die Lage und die Unterkunft ist jedoch ein absoluter Traum. Wenn man bedenkt, dass die Mango-Lodge 18 € billiger ist als das Café des Arts, dann wäre das schon die täglich Taxifahrt…

 

Vielleicht beim nächsten Mal.