Levada Caldeirao Verde

 

Tag 5:

 

Für heute ist endlich eine als besonders schön empfohlene Levada Wanderung geplant. Wir steuern Santana an und kurven dann ein steiles Sträßchen hoch bis Queimadas. Wir erreichen den noch recht leeren Parkplatz gegen 9.30 Uhr.

 

 

 

Hier an einem alten strohbedeckten Gutshaus beginnt die beliebte Wanderung in den grünen Kessel „Caldeirao Verde“

(13km, Gehzeit hin und zurück ca. 4h) .

 

Wir kontrollieren noch kurz, ob unsere Taschenlampen funktionieren, versorgen uns mit Getränken und marschieren fröhlich los. Anfangs laufen wir einen breiten Waldweg, vorbei an einem riesigen Nadelbaum mit kandelaberartig geformten mächtigen Ästen.

 

 

Der Weg zieht sich dann aber endlos weiter durch dunkelgrünen Lorbeerwald und ich bin bald etwas gelangweilt. Leider sind wir durch zahlreiche Fernreisen und den damit verbundenen spaktakulären Eindrücken doch sehr verwöhnt worden. Nach einer Stunde möchte ich fast schon umkehren, doch T. überredet mich, trotz seiner Rückenprobleme, tapfer zum weiter Wandern.

 

 

Wir kommen an einem kleinen Wasserfall vorbei und überqueren ein Brückchen; alles ist dschungelartig mit grünen Farnen und Moosen und Gänseblümchen bewachsen. Dann wird der Pfad immer schmaler und wir laufen schließlich nur noch auf der Levada Mauer. Die Schwindelfreiheit ist bei uns kein Problem, doch muss man schon ständig aufpassen, wohin man tritt, denn bei einem Fehltritt geht es steil bergab. Endlich erreichen wir den ersten Tunnel, knipsen unsere Taschenlampen an und stürzen uns abenteuerlustig in die Dunkelheit des  feuchten Tunnels. Im Tunnel sind Pfützen und die Decken sind so niedrig, dass man gebückt gehen muss. Natürlich stößt sich T. an einer engen Stelle direkt mal den Kopf und flucht entsprechend los. Im zweiten Tunnel gibt es ein kleines Ausgucksloch mit hübschem Blick. Insgesamt passieren wir vier tropfende Tunnel.

 

 

Immer weiter zieht sich die Levada nun ins Tal hinein und die Blicke auf die gegenüberliegenden Berge sind jetzt zugegebener Maßen schon spektakulär. Schließlich erreichen wir über einige große Felsbrocken den grünen Kraterkessel „Caldeiro Verde“ aus dem ein schmaler Wasserfall in ein Wasserbecken herabstürzt. Wir rasten kaum und machen uns zügig auf den langen Rückweg. Weiter bis zum Höllenkessel „Caldeiro Inferno“ möchten wir nicht mehr laufen. Zwar kommen uns auch einige Wanderer entgegen, doch die Menge hält sich in Grenzen und mit einem Trick; man stellt einfach einen Fuß über die plätschernde Levada rüber, kann der entgegenkommende Wanderer schnell an einem vorbeiziehen. Obwohl diese Levadawanderung kaum Höhenunterschiede hat, erreichen wir schließlich ziemlich geschafft den Ausgangspunkt.

 

 

Calhau Ribeira do Sao Jorge

 

Nach dieser Anstrengung steht uns der Sinn nach einem erfrischenden Bad. Wir fahren noch bis Calhau bei Sao Jorge. Hier haben wir die Wahl im Naturpool des Flusses „Ribeira do Sao Jorge“, der am Kiesstrand unterirdisch ins Meer fließt, oder im Freibad von Calhau schwimmen zu gehen. Wir wählen die komfortablere Lösung und mieten für 1 € Liegen am netten Pool mit Meerblick. Wir genießen die willkommene Erfrischung, den Meerblick und die Sonne auf der Haut. Man muss sich gut eincremen, denn die Sonne ist stärker, als man denkt. Nach zwei Stunden Ruhe lässt uns schließlich die lärmende Jugend flüchten. Ich laufe noch vor bis zum Kiesstrand und entdecke etwas versteckt noch einen malerischen Felsen im Meer.

 

 

 

Wir fahren kurvenreich via Pico Arieiro gen Heimat. Da unser Tank jedoch fast leer ist, verschieben wir den Abstecher zum Pico und stoppen gegen 18 Uhr hungrig am Abzweig im Örtchen Poiso. Wir kehren im Bergrestaurant „Casa do Abrigo do Poiso“ ein und werden im fast leeren Restaurant freundlich und zügig bedient. Wir bestellen „Espetata“ ; die über Holzfeuer auf einem Lorbeerspieß gegrillten mit Knoblauch marinierten Rindfleischwürfel.

 


Wir amüsieren uns noch über die komischen Löcher in unserem Tisch und witzeln über den nicht vorhandenen Sonnenschirm. Doch schon bald werden wir aufgeklärt, denn hier werden unsere langen Spieße hineingesteckt und man kann nun die einfach köstlichen Fleischstückchen geschickt runterschieben.


Mhm lecker…!

 

Gesättigt und zufrieden erreichen wir gegen 19.30 Uhr nach einem langen erlebnisreichen Tag unsere Stadtwohnung. Nach einer wohlverdienten Dusche zieht uns nichts mehr ins anstrengende Nachtleben von Funchal, sondern wir relaxen auf unserer schönen Terrasse.