Crazy Horse

 

Da wir zeitig dran sind, fahren wir zum Crazy Horse. Anders als geplant, entscheiden wir uns doch Eintritt zu zahlen und hinein zu gehen. Es hat sich gelohnt. In einem kurzen Kinofilm bekommt man eindrucksvoll die Geschichte um den Bildhauer Korczak und seine Vision erklärt. Seine Frau und seine Kinder führen bis heute seinen Traum weiter. Der Museumskomplex ist sehr groß und man lernt anschaulich mit interessanten Ausstellungsstücken vieles  über die Entstehung des Crazy Horse Memorials. Aber auch über die Kultur der Indianer ist eine beachtliche Sammlung vorhanden. Von der Terrasse hat man einen tollen Blick auf das Monument und die fertige Miniaturausgabe. Alles in allem fanden wir es sehr interessant. Schließlich verdunkelt sich der Himmel bedenklich und es fängt an zu regnen.

Im Ort essen wir gegen 16 Uhr ein köstliches Steak. Dann klappern wir an der Hauptstraße noch die vielen buntbemalten Büffel ab, die verschiedene Künstler kreativ gestaltet haben. Gegen 20 Uhr fallen uns dann die Augen zu. 

 

Tag 5:

 

Der Wecker geht um 6 Uhr, doch ein Blick aus dem Fenster und wir legen uns nochmal für 2 Stunden wieder hin. Es ist total dunkel und nebelig. Nach einem schnellen Kaffee klart es zum Glück auf und wir fahren dann gegen 8.30 Uhr los via Peter Norbeck Scenic Byway in den Custer National Park und dann biegen wir auf die Iron Mountain Road ab. Bald schon werden wir wieder zum Halten gezwungen. Zwei riesige Büffelherden blockieren die Straße und grasen am Wegesrand. Viele Männchen haben offene Wunden von Rangkämpfen auf dem Rücken und der Chefbüffel verfolgt mit lauten Brunftgeräuschen seine Angebetete. Nach 1000 Büffelfotos geht`s weiter immer in Serpentinen durch die wunderschöne Hügellandschaft. In den Felsen klettern einige weiße Ziegen sogenannte Mountain Goats. 

 

 

Schließlich erreichen wir den Pass und es eröffnet sich der erste einmalige Blick auf den noch weit entfernten Mount Rushmore. Jetzt stellt sich heraus, dass dies genau die richtige Wahl der Fahrtrichtung war. Am ersten One Lane Tunnel wird natürlich angehalten und die Präsidentenköpfe werden spektakulär durch den Tunnel abgelichtet. Oben am Aussichtspunkt gibt es nochmal einen tollen Panoramablick über die gesamte Bergwelt und die bewaldeten Täler. Nach zwei weiteren Tunneln passieren wir noch zwei Holzbrücken die sogenannten „Ringelschwänzchen Kurven“ bei denen man fast einmal im Kreis fährt.  Am Memorial parken wir im großen Parkhaus und laufen direkt durch die Fahnenparade bis zum Amphitheater. Leider zieht sich der Himmel langsam wieder zu und wir müssen auf Sonnenlöcher warten. Nun wandern wir den Präsidential Trail unterhalb der vier in Stein gehauenen Präsidenten Köpfe. Immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven. Nach einer kurzen Sonnenphase zieht sich allerdings der Himmel zu und es beginnt zu tröpfeln. Im Giftshop kaufen wir, noch ganz von dem eindrucksvollen National Monument fasziniert, ein T-Shirt mit entsprechendem Aufdruck. 

 

Weiter geht`s dann gegen 13 Uhr in das Westernstädtchen Keystone. Auf der Terrasse eines zünftigen Saloons bestellen wir Lunch und beobachten die Ankündigungen zum nächsten Gunfight, ein riesiger Cowboy läuft peitschenknallend über die Mainroad. Wir beschließen nun Richtung Bear Country Park zu fahren. Dies ist ein „Drive trough“ Safaripark mit typischen Tieren der Region. In Kurven geht es durch die Gehege der Hirsche, Elche, Bergziegen und Wölfe. Leider fängt es nun an zu regnen, doch im Auto bleiben wir ja zum Glück trocken. Schließlich erreichen wir das riesige Freigelände der Bären. Direkt am Eingang hat sich ein Braunbär gemütlich gegen den Zaun gelehnt und kratzt sich den Bauch. Wir sind total begeistert von den zahlreichen kuscheligen Bären. So viele haben wir nicht erwartet. Es gibt Grizzlys, Schwarz- und Braunbären.  Einige bewegen sich ganz natürlich durchs Gelände und kratzen die Erde auf der Suche nach Nahrung. Andere liegen im hohen Gras oder hängen schlaff in den Baumstämmen; Arme und Beine baumeln lässig herunter. Zum Schluss kann man noch zu Fuß durch die Babystube der Tiere gehen. Die Bärenjungen tollen, klettern und kämpfen umher und es ist so süß anzusehen. 

 

Gegen 16 Uhr fahren wir dann Richtung Sylvan Lake. Dort angekommen beschließen wir trotz schlechter Sicht den See zu umrunden. Die interessanten Felsformationen und die Umgebung des Sees sind sehr idyllisch anzusehen. Einige Leute paddeln mit Kanus auf dem See, andere fischen. Trocken gelangen wir wieder zum Auto. Doch auf dem Needles Hwy verdunkelt sich dann der Himmel total, ein Gewitter zieht auf und es fängt an zu schütten. Ich flitze nur für einen kurzen Schnappschuss am „Needles – Eye“ raus, aber man kann die tollen Felsnasen kaum mehr erkennen. Im Supermarkt holen wir einen Salat und Brot mit Aufschnitt und bereiten uns unser Abendessen im Hotelzimmer.

 

 

Tag 6:

 

Ein Blick aus dem Fenster und zum Glück ist das Wetter heute wieder besser. Wir beschließen nach einem schnellen Kaffee den Needles Hwy einfach nochmals in der umgekehrten Richtung wie gestern zu fahren. So früh am Morgen sind wir die Einzigen auf der Straße.  Viele Rehen grasen noch direkt am Rande der tiefen Kiefernwälder. Idylle pur. Nach vielen Kurven erreichen wir schließlich die ersten Needles. Die markanten Granitzacken ragen faszinierend in den blauen Morgenhimmel und man kommt sich vor wie in einem Märchenwald. An den bizarren Felstürmen, den „Cathedral Spires“, steige ich aus und laufe ein kurzes Stück einen Trail entlang. Ich laufe dann die Straße immer weiter berauf, weil es sich nicht lohnt wieder ins Auto einzusteigen, denn immer wieder ergeben sich neue fantastische Blicke und Fotomotive. Durch einen langen und engen Tunnel erreichen wir das „Needles Eye“, eine schmale Felsenöffnung, durch die man in den Himmel schauen kann. 

 

 

Schließlich erreichen wir den Sylvan Lake, der heute Morgen noch still und beschaulich ist. Die Wasseroberfläche des Sees ist glatt und zeigt wunderschöne Spiegelungen. Ich umrunde also den See ein zweites Mal, allerdings im Dauerlauf und wiederhole meine Fotos vom Vortag. Diesmal mit schöner Morgensonne. Die Mühe hat sich gelohnt.