Yellowstone National Park

Tag 10:

 

Heute geht’s via Chief Joseph Scenic Byway Richtung Yellowstone National Park. Wir geben die Route ins Navy ein und verlassen uns ganz darauf. Am Ausblick des Dead Indian Summit sind wir sehr früh und die Täler und Berge liegen noch völlig im Morgendunst. Erste Sonnenstrahlen fallen auf die zwei eisernen indianischen Reiterstatuen. Auf dem Weg nach Cooke City halten wir für ein paar Fotostopps mit Fluss und Bergmotiven. Erst im Ort merke ich, dass wir ja für den Beartooth Pass hätten abzweigen müssen. Wie ärgerlich! Trotzdem drehen wir nochmal um und stehen dann auch noch auf der Straße hoch zum Gipfel länger in einer Baustelle. So kann man auch Kilometer sammeln… Doch der lange Umweg lohnt sich. Ganz oben über der Baumgrenze sind schöne Bergseen, Wiesen und Mountain Goats. Wir werden mit einem  fantastischen Panorama auf die Bergwelt und mit einem Blick auf den „Bärenzahn“ belohnt. 

 

 

Endlich erreichen wir den Nordost Eingang des Yellowstone National Parks bei Silver Gate. Im Lamar Valley sichten wir erste Büffelherden. Am Troat Lake stoppen wir kurz und wandern den steilen kurzen Weg zum See hinauf. Doch oben entdecken wir leider weder Troats noch Otter. In Mammoth Hot Springs angekommen, checken wir schnell ein und machen uns auf zu den Sinterterrassen. Der Himmel ist sehr diesig bis bewölkt, was von den zahlreichen Feuern bzw. deren Rauch im Park herrührt. Am Liberty Cap vorbei gehen wir zur Minerva Terrasse, die im Nachmittagslicht teilweise bronze- und goldfarben schimmert. Wir laufen hoch bis zum Canary Spring. Doch aufgrund des fehlenden Lichts sind wir vorerst nicht besonders begeistert von dieser Gegend. Leider sind viele Terrassen auch schon ausgetrocknet.  

 

 

Tag 11:

 

Wir beschließen uns heute im westlichen Teil aufzuhalten, um den Feuern zu entgehen. Unser erster Stopp ist am Norris Geysir Basin und wir sind gegen 7 Uhr früh die ersten Besucher auf den Holzstegen. Vom Porcelain Terrace Overlook aus blicken wir zum Sunrise auf das dampfende und brodelnde Basin. Ein wahnsinnig toller Eindruck, wie aus einer anderen Welt, absolut empfehlenswert! 

 

Danach überbrücken wir die Zeit noch bei den Artist Paint Pots mit blubbernden Schlammquellen und fahren dann den Firehole Lake Drive. Der Pool dort hat tolle blaue Farben und lodert in der Tiefe wie echtes Feuer. Auch der große Kegel des White Dome Geysir ist interessant. Da der Great Fountain Geysir gerade ruht und wir noch gar nicht um seine Kraft und Größe wissen, schenken wir ihm keine Beachtung. 

An den Fountain Paint Pots haben wir Glück und der Fountain Geysir sprüht gerade kräftig.  

 

Um 11 Uhr kehren wir nochmals zum Norris Basin zurück und erleben es jetzt in einer ganz anderen Weise mit opalfarben schimmernden Pools. Diesmal laufen wir auch den Weg um das größere Back Basin und der Emerald Pool direkt am Anfang des Weges mit seinen grünen Farben gefällt mir am besten. 

 

 

Jetzt geht’s bei wolkenfreiem Himmel zum Höhepunkt unserer Reise. Wir parken auf dem Fairy Falls Trailhead, laufen über eine Brücke und dann einen breiten Weg entlang. Nach kurzer Zeit nähern wir uns schon dem dampfenden Grand Prismatic Spring. Ungefähr auf der Mitte des Pools suchen wir uns links hoch auf den Hügel einen der zahlreichen Trampelpfade. Nachdem wir umständlich über etliche Baumstämme geklettert sind, entdecken wir eine kahle Stelle auf dem Hügel, die sich am besten zum Fotografieren eignet. Wenn man möchte kann man aber auch noch höher klettern und bekommt eine noch andere Sicht auf beide Pools. Und dann liegt er vor uns mit all seinen leuchtenden Farben: Der Grand Prismatic Spring. Es weht ein starker Wind und der bläst den Dampf praktischerweise vom Pool weg. Der Anblick ist atemberaubend und einfach unfassbar schön. 

 

Irgendwann drängt T. zum Aufbruch, doch ich kann mich kaum trennen von diesem Wunder. Wir fahren noch die Einbahnstraße durch den schönen Firehole Canyon und beobachten zahlreiche Schwimmer in dem eiskalten Fluss. 

 

Dann geht’s zur Canyon Lodge und wir bekommen eine Hütte ganz weit ab. Von hier geht ein Fußweg durch ein Waldstück direkt bis zum Canyonrand und wir starten sofort. Im dichten Wald überraschen wir eine Hirschfamilie mit kleinen süßen Bambis und nach einer Weile überlegen wir, ob es die richtige Entscheidung war, diesen einsamen Weg zu Fuß hier entlang zu laufen. Nach 15 min erreichen wir den North Rim und blicken vom Lookout und Grand View  Point aus in die Tiefen des Grand Canyons of the Yellowstone bis zum riesigen Wasserfall. Zum Sunset möchten wir nicht bleiben, denn wir haben doch Sorge in der Dämmerung auf dem Rückweg vielleicht Bären zu begegnen. 

 

 

Tag 12:

 

Gegen 8 Uhr brechen wir Richtung South Rim auf. Wir fahren durch bis zum Artist Point Parkplatz und wandern dann erst einmal Richtung Point Sublime. Es wird vor Bären gewarnt und wir sind die einzigen Wanderer. Ein bisschen mulmig ist uns schon. Es geht an der Canyonkante entlang und im schönen Morgenlicht leuchten die Felsen in tollen Farben. Immer wieder ergeben sich neue fantastische Blicke in die Tiefe. 

 

Irgendwann drehen wir um, denn wir wollen pünktlich um 9.45 Uhr am Artist Point den Regenbogen über den Lower Falls erwischen. Doch zur angegebenen Uhrzeit sehen wir nur weißen Sprühnebel. Ich komme auf die Idee den Standort zu wechseln und siehe da: ein wunderschöner Regenbogen. Außer uns ist nur noch ein Mann mit Stativ anwesend. Wir wandern 10 Minuten mit dem Regenbogen mit, dann ist das Schauspiel vorbei. 

 

 

Nun laufen wir den kompletten South Rim Trail entlang. Onkel Tom`s Trail ist etwas mühsam, aber jede der 300 Stufen in die Tiefe und dann wieder rauf ist es wert. Wir kommen ganz nah an die Lower Falls heran und sehen wieder einen ständigen Regenbogen. Die Gischt sprüht so stark, dass an der gegenüberliegenden Felswand Wasserfälle und grüne Moose entstehen. Wie im Paradies! Am Parkplatz der Upper Falls nimmt uns ein netter Fahrer mit zum Artist Point zurück, so brauchen wir die Strecke nicht doppelt zu wandern und haben Zeit gespart. 

 

Weiter geht es auf dem North Rim. Wir wandern nun wieder mühsam in Serpentinen runter zum Brink oft he Lower Falls und befinden uns direkt über dem mächtigen Wasserfall, der dann in die Tiefe stürzt. Der Grand Canyon of the Yellowstone ist für uns ein absolutes Highlight! 

 

 

Anschließend fahren wir gen Süden durch das Hayden Valley und haben großes Glück. Eine riesige Büffelherde überquert nach und nach teilweise schwimmend den Fluss. Wir müssen aufpassen, denn von den Hügeln hinter uns auf der anderen Straßenseite kommen immer wieder neue Büffel an. Das Feuer rückt jedoch immer näher und der Rauchgeruch liegt beißend in der Luft.  Die weiteren Haltebuchten und der Mud Volcano sind leider gesperrt. Weiter geht’s zum Yellowstone Lake und wir fühlen uns bei diesem Weitblick fast wie am Meer. In der Lake Lodge lassen wir uns auf der Terrasse nieder und machen eine ausgiebige Kaffeepause, die wir gleich darauf bereuen werden. Auf dem Rückweg zur Canyon Lodge ist 5 Minuten vor uns die Straße wegen des Feuers gesperrt worden. Wir können es kaum glauben, fahren nochmal bis zur Absperrung, was uns böse Zurufe der informierenden Ranger einhandelt, doch wir müssen tatsächlich über Old Faithful zurück nach Hause. 

 

Ein kleiner Umweg, der uns 2 Stunden Zeit kostet. Wir nehmen zwei Anhalterinnen mit, Mongolinnen, die im Park arbeiten und ihren freien Tag haben; und so vergeht die Zeit beim Quatschen im Fluge. Einmal sehen wir noch in einem See eine Herde Hirsche baden. Am Canyon angekommen, merke ich leider zu spät, dass der Himmel herrlich lila und rosa vom Sonnenuntergang gefärbt ist und ich verpasse ein tolles Sunset Foto. Doch wir sind nur froh wieder am Hotel zu sein.

 

 

Tag 13:

 

Da die Straße Richtung Fishing Bridge immer noch gesperrt ist, fahren wir morgens zuerst das Midway Geysir Basin an. Alles dampft und liegt im Nebel und man sieht, wie schon erwartet, nichts vom Pool. An den Firehole Flats zieht fotogen ein Büffel gemächlich am Gibbon Fluss entlang.  Auch am Black Sand und Biscuit Basin sind nicht alle Pools im richtigen Fotolicht. Deshalb fahren wir direkt zum Old Faithful. Auf den Bänken warten die Menschen schon ganz gespannt und bei jedem kleinen Blubbern und Rauchen glaubt man, dass es jetzt losgeht. Die Stimmung ist toll. Der Geysir begrüßt uns dann auch und spuckt beachtlich hoch.

 

Wow! 

 

 

Am Visitorcenter versorgen wir uns mit einer Liste über die voraussichtlichen Eruptionen der Geysire. Es gibt auch online eine Seite : geysertimes.org. So informiert, laufen wir also erst einmal Richtung „Daisy“. Da einige Wolken aufziehen, bin ich etwas unruhig und lasse T. bei Daisy auf die Eruption warten und mache mich schon mal alleine auf den Weg zum Morning Glory Pool. Ohne Sonne würde es kein schönes Foto werden. Ich habe Glück und im Vorbeigehen bricht der „Grotto“ Geysir aus. Der gefällt mir besonders gut. 

 

Dann bewundere ich ausgiebig die tollen Regenbogenfarben des Morning Glory Pools. Als nächstes versammeln sich alle Leute am „Riverside“ Geysir. Der sprüht dann mit etwas Verspätung, doch man kommt beim Warten nett mit den Leuten ins Gespräch und erhält viele gute Tipps. Wir laufen dann sämtliche weitere Geysire im Gebiet ab und harren dann noch beim „Grand Geysir“ in brütender Hitze aus. Auch hier lohnt sich das Warten und wir werden mit einem sprühenden Feuerwerk aus Wasser belohnt. 

 

 

Abends nehmen wir nach dem Einchecken im Old Faithful Inn, wir haben ein gemütliches Zimmer im Haupthaus, einen Drink auf der Terrasse. Alle Bänke sind Richtung Geysir ausgerichtet und man wartet zum Sunset gespannt auf den nächsten Ausbruch des Old Faithful. Später essen wir nach kurzer Wartezeit im Restaurant lecker zu Abend und genießen bei Klaviermusik in Schaukelstühlen die tolle Atmosphäre des riesigen Blockhauses.

 

 

Tag 14:

 

Spontan entscheiden wir heute nochmal die ganz große Runde zu fahren und alles abzuklappern, was wir noch nicht gesehen haben. Wir fahren gen Norden und stoppen am dampfenden  Roaring Mountain, am Sheapeater Cliff, leider ohne sich wärmende  Murmeltiere, und knipsen an einem Fluss das Panorama vorm Bunsen Peak. T. scheucht hier endlich die für uns schon obligastorische Schlange auf. 

In Mammoth erwartet uns strahlender Sonnenschein und ich wiederhole einige Fotos einfach nochmal. Auf den Sinterterrassen rechts der Straße liegt fotogen eine Herde Hirsche, die wohl vor den Feuern hierher geflüchtet sind. Auch im Ort liegen zahlreiche Herden im Schatten der Gebäude und es ist vieles abgesperrt. Die Ranger achten streng auf den nötigen Abstand zu den Tieren. Wir fahren sogar noch zum Nordeingang und fotografieren den Roosevelt Arch allerdings bei Gegenlicht. 

 

 

Der Umweg über die Schotterstraße des Blacktail Deer Plateaus kostet uns nur Zeit und wir sehen keine Tiere. Vor den Tower Falls geraten wir in eine größere Baustelle und müssen warten. Die Tower Falls sind leider nur von oben zu sehen, da der Weg dorthin ab dem Fluss gesperrt ist. Wir laufen trotzdem runter zum Yellowstone Fluss und haben schöne Blicke. Dank der gestrigen Regenschauer ist die Straße nach Fishing Bridge wieder offen, doch der Mud Volcano und alle Haltebuchten bleiben weiter gesperrt. 

 

 

Mittags erreichen wir das West Thumb Bassin direkt am Yellowstone Lake und genießen die tollen Farben des Abyss und Black Pools. Für mich ein weiteres Highlight.  Auf dem weiteren Weg stoppen wir kurz an den Keppler Falls. Im Black Sands Bassin hat der Rainbow Lake nun im richtigen Nachmittagslicht wunderschöne Farben. Zum Schluss laufen wir noch den Boardwalk am Midway Basin und verabschieden uns dann vom Grand Prismatic meinem absoluten Lieblingspool. Erst abends zieht es sich wieder zu und wir ruhen uns mit einem Drink und Blick auf den sprühenden Old Faithful auf der Terrasse aus. Dann essen wir hungrig mal wieder einen Burger im General Store.