Tahiti

 

Tag 1:

 

Mittags fliegen wir von Düsseldorf ab. Es geht via London Heathrow und wir müssen dort unseren Koffer nochmals aufgeben. London ist ein wirklich schrecklicher Flughafen, wir müssen mit dem Bus den Terminal wechseln und die Sicherheitskontrollen sind schlimmer, als in den USA. Der Flug mit Air New Zealand ist angenehm, der Sitzabstand ist gut bemessen und auch das Entertainment ist prima. Getränke oder auch eine Zahnbürste kann man per Touchscreen vom Platz aus bestellen. Besonders humorvoll sind die kurzen Filmchen zur Sicherheit. In Los Angeles angekommen, durchlaufen wir die nervige Immigration, die sich wie immer in langen Warteschlangen hinzieht. Auch die Koffer müssen identifiziert und nach einem Terminalwechsel neu aufgegeben werden. Der Flug mit Air Tahiti Nui ist nicht ganz voll und ich habe tatsächlich eine komplette Reihe für mich alleine. Ich lege glücklich die Füße hoch und kann während des Fluges gut schlafen. Welch ein Luxus bei 30 Stunden Reisezeit! Kurz vor der Landung schaue ich mir noch einige kurze informative Reportagen über die einzelnen Inseln an. 

Früh gegen 6 Uhr morgens landen wir in Papeete. Natürlich werden die Touristen traditionell mit Ukulele und Gesang begrüßt. Der erste Eindruck ist ein betörend süßer Duft der Blumenkränze, die jeder Neuankömmling umgelegt bekommt. Die Tiare-Blüten und ihr Duft liegen uns den gesamten Urlaub über wunderbar in der Nase. Ja, Südsee wir kommen!

 

 

Wir werden zu unserem Hotel „Tahiti Nui“ im Zentrum von Papeete gebracht. Da unser Zimmer erst ab 13 Uhr beziehbar ist, können wir unsere Koffer zumindest in einem Kellerraum abstellen. Anschließend laufen wir direkt zum Farmers Market; in den Markthallen ist Sonntagmorgens besonders viel los. Es wird von buntschillerndem Fisch über gebratenem Fleisch, Gemüse wie Tarowurzeln und duftende Blumen alles verkauft. Viele Tahitianer tragen als Kopfschmuck, die Frauen geflochtene bunte Blumenkronen und die Männer Kränze aus Palmblättern. Schnell haben wir alles gesehen und laufen durch die Straßen noch bis zum Kai mit Blick auf das nahegelegene Moorea. 

Anschließend besuchen wir noch das Geschäft „Tahiti Pearl Market“ und wir schauen uns um, ob wir ein paar schwarze hübsche Tahiti- Perlenohrringe für mich finden. Die Wahl fällt dann aber auf eine Halskette aus Leder mit einigen Perlen daran, die in unterschiedlichen Färbungen wunderschön grau, grünlich, bläulich, rosa schimmern. Uns wird ein Zertifikat über den Wert, die Anzahl und die Kategorie der Perlen ausgestellt, was für den Zoll nötig ist. Schon am ersten Tag reißt das ein großes Loch in meine Urlaubskasse, doch ein solches Schmuckstück ist ein gut investiertes Andenken, über das ich mich noch lange freuen werde.

Da wir noch so viel Zeit übrig haben, buchen wir für 9.30 Uhr dann am Hotel eine 4x4 Jeeptour ins hochgelegene Papenoo Valley. Pünktlich werden wir abgeholt und nehmen hinten neben zwei weiteren Pärchen Platz. Nach einem kurzen Stück auf der Inselstraße entlang, biegen wir ab und fahren in ein Seitental hinein. Dabei werden wir ordentlich durchgeschüttelt.

 

An einem Ausblick Richtung Wasserfall stoppen wir kurz. Über eine Hängebrücke geht es immer höher in dichtbewachsene undurchdringliche Gebiete. Jedoch zieht sich der Himmel auch immer mehr zu und schließlich fängt es auch noch an in Strömen zu regnen. Wir lassen die Plane runter und sehen kaum noch etwas. An einem Vulkansee mit den berühmten Ohrenaalen kehren wir dann wieder um, nachdem uns auch noch die gemeinen Moskitos reihenweise überfallen und wir trotz Mückenspray in kürzester Zeit mindestens 20 Stiche zählen. Eine Woche später wirken sich diese Mückenstiche noch böse aus!

 

Unten auf der Inselstraße angekommen, scheint wieder die Sonne, wie so oft in der Südsee. Dieser halbtägige Ausflug für 60€ pro Person hat sich nicht wirklich nicht gelohnt.

T. ist von der langen Reise so müde, dass er gegen 15 Uhr im Zimmer völlig erschöpft einschläft. Ich versuche lieber direkt in den Tagesrhythmus zu kommen und laufe nochmal los ins Städtchen. Leider ist Papeete  sonntagmittags wie leergefegt. Doch am hübschen Rathaus findet zum Glück eine große Hochzeitsfeier statt. Alles ist hübsch in den traditionellen Farben rot-weiß geschmückt. Ich werde direkt freundlich eingeladen und mir werden typische Speisen angeboten. Auf einer kleinen Bühne wird kräftig getanzt. Ein schwitzender, dicker, aber hoch motivierter Entertainer animiert die Hochzeitsgesellschaft zu verschiedenstens traditionellen und modernen Tänzen. Da müssen alle mit der Braut verwandten Damen Hula tanzen. Dann sind die Männer dran und führen einen Kriegstanz auf. Auch die Braut muss für den Bräutigam tanzen. Alle haben super viel Spaß, singen und sind fröhlich. Ein toller erster Eindruck über ein besonders herzliches Völkchen.

 

 

Nach einer Dusche lasse ich die Haare in der Luft auf dem Balkon trocknen. Hier hat man einen tollen Blick auf die Bergkette geformt wie ein „Diadem“. Doch auch hier im 3. Stock haben es die fiesen Moskitos auf mich abgesehen und ich flüchte ins klimatisierte Hotelzimmer. Noch satt von den Flugzeugmahlzeiten fällt das geplante Abendessen, das wir eigentlich bei den fahrenden, günstigen Imbisswagen genannt „Roulottes“ am „Place Toata“ einnehmen wollten, aus.     

 

Tag 2:

 

Für heute haben wir bei Avis einen kleinen Mietwagen für teure 75€ bestellt. Die Niederlassung ist nahe unseres Hotels. Wir wickeln schnell die üblichen Formalitäten ab und starten dann gegen 9 Uhr zur Inselrundfahrt um Tahiti Nui und Iti (clockwise).

 

Die gebirgige Vulkaninsel lockt mit schroffen Bergen, wilden Tälern und einer tollen Küste. Heute sind die Berge weitgehend wolkenfrei und wir haben freie Sicht auf die eindrucksvollen Bergspitzen des „Diadems“. Kurz stoppen wir am „Tomb of Pomare“ einem Turm ganz aus Korallen gebaut. Weiter geht`s zum historischen „Maison James Norman Hall“. Bei Arue hat man einen schönen Blick über die gesamte Bucht bis hin nach Moorea. Am „Point Venus“ wird der kleine weiße Leuchtturm, das Captain Cook Denkmal und der Bounty Gedenkstein besichtigt. 

 

Dann biegen wir bei Faarumai ab und wandern ca. 30 min. durch dichtes grünes Gebiet zu den drei imposanten Wasserfällen. Wir sind die einzigen Wanderer und genießen nassgeschwitzt die einzigartige Natur. Auch hier schlagen uns die gierigen Moskitos in die Flucht.

 

 

Schließlich kommen wir an die schmale Stelle, die Tahiti Nui mit der kleineren Insel Tahiti Iti verbindet. Wir fahren über eine extrem schlechte Straße hoch zum Taravao Plateau und haben einen tollen Blick auf Tahiti Nui, das blaue Meer und das Riff, das komplett um die Inseln verläuft. 

Mittags legen wir im urigen kleinen Restaurant „La Plage de Maui“ direkt am Meer einen Lunch-Stopp ein. Wir essen leckeren Fisch, was dann auch während des restlichen Urlaubs hauptsächlich auf dem Speiseplan stehen wird. Obwohl wir schon im Vorfeld wussten, dass die Strände auf Tahiti nicht der Rede wert sind, sind wir doch sehr enttäuscht über den winzigen Minisandstreifen mit hartem Korallengestein. 

 

Nach der Rast geht es noch bis zum Ende der Straße zum Teahupoo Surfspot, an dem auch die Billabong Surfweltmeisterschaften ausgetragen werden. Doch am schwarzen Lavastrand hängen nur einige Lokals ab und Kids reiten ein paar kleinere Wellen ab. Der Blick vom Fluss ins bergige Inland ist beeindruckend. So grün und vor allem so wild und ursprünglich hätten wir uns die tropische Landschaft nicht vorgestellt. Leider ist das Gaugin Museum wegen Renovierung geschlossen und auch der botanische Garten wird schon sehr früh gegen 15.30 Uhr dicht gemacht.

 

Eine kleine Runde drehen wir im hübsch angelegten, artenreichen Garten von Vaipahi und stoppen kurz an der Maraa Grotte mit tollen hängenden Farnen von denen das Wasser tropft.

 

 

An der wunderschön gelegenen historischen Stätte „Marea Arahurahu“ entdecken wir tolle Tiki-Figuren. Alles ist für die im Juli jeden Samstag stattfindenden Heivavorstellungen aufgebaut, was in dieser Atmosphäre bestimmt ein einzigartiges Erlebnis sein muss. Leider verpassen wir das große Heiva Festival mit Hula-Tanz und Gesang in Papeete, das vor allem dort, aber auch auf den anderen Inseln, den ganzen Juli über stattfindet. Genau an unseren beiden Urlaubstagen ist jedoch mal eine Pause; schade!

Zum Sunset früh um 17.30 Uhr finden wir uns in der Marina ein und bestellen zur Happy Hour einen wässrigen, trotzdem noch teuren, Cocktail im Coco Restaurant. Der Blick auf die superschicken Segelboote und auf Moorea ist spektakulär.